Es gibt einige Hundert Menschen, die bekannt, in vielen Fällen sogar weltberühmt sind, jedoch nicht unter ihrem eigenen Namen. Pseudonyme ziehen sich durch alle Zeiten, durch alle Länder, durch alle Berufsstände. Nicht nur für Künstler sind angenommene Namen an der Tagesordnung, auch Sportler und Schriftsteller, sogar Politiker und Wirtschaftskapitäne bedienen sich Ihrer.
Dass El Greco, der Grieche, nicht wirklich so hieß, liegt auf der Hand. Aber wussten Sie, dass der Nobelpreisträger Pablo Neruda auf den Namen Neftali Ricardo di Reyes y Basualto getauft wurde, dass der bekannte frühere Stern-Kolumnist und Publizist Sebastian Haffner tatsächlich Raimund Pretzel hieß oder dass der englische Zeitungsmagnat Ian Robert Maxwell tschechischer Herkunft war und auf den Namen Jan Ludvik Hoch getauft wurde? Auch Gorch Fock, Joachim Ringelnatz und Emil Nolde sind nicht die, als die sie bekannt wurden.
Das macht natürlich den Reiz einer Kolumne wie PSEUDONYM aus. Auch wenn der Leser die Lösung nicht kennt oder findet - ein Aha-Erlebnis ist ihm allemal gewiss, mit dem er auf der nächsten Party glänzen kann. Es hat schon etwas für sich, wenn man erzählen kann, dass Elton John eigentlich Reginald Kenneth Dwight heißt. PSEUDONYM wird einmal pro Woche produziert. Zur Zeit gibt es rund 180 Folgen.
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Der Beginn ihres Lebens stand wirklich nicht unter einem guten Stern: Am 15. Dezember 1915 erblickte Giovanna Gassion das Licht der Welt ausgerechnet in einer Pariser Gefängniszelle, in der ihre Mutter wieder einmal wegen diverser Kleindelikte wie Mundraub, Taschendiebstahl und Anpöbeleien von braven Bürgern saß - die Alkoholikerin kam des Öfteren mit dem Gesetz in Konflikt. Ihren Vater lernte Giovanna ohnehin nie kennen. Da sich die Eltern in keiner Weise um ihre Tochter kümmerten, wuchs sie bei der Großmutter auf. Später wurde ihre Vita teilweise geschönt, um die Sache nicht ganz so krass aussehen zu lassen. Bereits mit 15 begann Giovanna, Chansons zu singen. Mitte der 30-er wurde sie von einem Nachtclub am Pigalle engagiert. Der legendäre Maurice Chevalier entdeckte sie 1937 im Theatre de lABC und förderte sie. Binnen kurzem war sie berühmt. Sie bedankte sich, indem sie selbst große Talente wie Yves Montand, Gilbert Becaud und Charles Aznavour ins Rampenlicht brachte. Privat sah alles anders aus. Immer wieder wurde sie von Krankheiten zurückgeworfen, erlebte persönliche Katastrophen und diverse unglückliche Lieben, und zeitweise flüchtete sie in den Alkohol. Ihrer Popularität tat das keinen Abbruch. Das Volk liebte sie so, wie sie war. Im Sommer 1962 sang sie von der Plattform des Eiffelturms, von Scheinwerfern angestrahlt, vor Zehntausenden Menschen ihr Lebensbekenntnis: Non, je ne regrette rien - ich bereue nichts. Ein bewegendes Erlebnis. Im Jahr darauf streikte ihr überforderter Körper. Noch nicht 48-jährig starb sie in ihrer Heimatstadt. Unter welchem Pseudonym wurde sie weltberühmt?
Lösung: Edith Piaf |
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